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8.5.2007 von Michael Winkler.
Endlich, endlich werde ich gelassen! atmete ich auf. Endlich versiegt die Wut, endlich der Ärger; endlich Ruhe…
Jaja, es war schon schlimm, jung zu sein. Nicht zu wissen wo mein Platz ist, was meine Aufgabe. Und es war schlecht für das Ego - jeder schien alles besser zu wissen!
Darum habe ich mir Prinzipien und Werte zurechtgelegt, um das Eine und das Andere zu erklären, und um bei Handlungsbedarf nicht immer stundenlang in mich gehen zu müssen. Jeder Satz an Prinzipien und Werten hat die Eigenschaft, daß er das Rauschen am Rande, das für die Zielfindung nicht wesentlich ist, ausblendet. So ein Rauschen sind vielleicht die Meinungen der anderen Leute, Erscheinungen, die oberflächlich mit einer wichtigen Sache zu tun haben etc pp.
Je länger wir an seinen Werten und Prinzipien feilen, desto effizienter werden wir im Ausblenden des Rauschens, und die Dinge gehen besser von der Hand. Früher oder später bekommen wir regelrechte Scheuklappen, die alles, was nicht mit unseren Werten und Prinzipien zu tun hat, ausblendet.
Und dann finden uns an einer Stelle, an der vielleicht einiges nicht perfekt läuft, aber an der wir uns ganz wohl fühlen mit uns selbst. Ein “lokales Maximum” würden die Mathematiker sagen. Und da lassen wir uns nieder.
Dummerweise erreichen wir diese Stelle irgendwo in der Mitte des Lebens, und nicht am Ende. Unser Leben geht also weiter, und wir hängen in diesem lokalen Maximum fest. Es passt uns immer weniger und weniger, in kleinen Häppchen, unterhalb der Notwendigkeit zu handeln. Dann läuft das Eine schief, dann das Andere, und irgendwann werden wir gezwungen, unsere Werte und Prinzipien anzupassen, sei es durch einen Schicksalsschlag, oder eine ungünstige Entwicklung. Es ist wie verhext - wir bauen uns ein Wertesystem auf um uns zurechtzufinden in dieser Welt; und genau zu dem Zeitpunkt wo wir glauben, jetzt haben wir’s, jetzt können wir endlich richtig loslegen, müssen wir alles überdenken, steht alles zur Disposition, und kommt der Zweifel wieder. Der Zweifel! Wie ich es hasse zu zweifeln!
Ich habe mir Erfahrungs-Stufen gebaut. Immer wenn ich eine Stufe erlangt habe, habe ich die vorigen Stufen als gegeben, wahr und richtig hingenommen - schließlich war es mir ja möglich, mit der inneliegenden Kenntnis weiterzuarbeiten, also muß ja etwas wahres dran sein! Ich habe also immer aus der aktuellen Summe der Erfahrungen heraus die nächste Stufe gebaut. Sicher haben sich in den ersten Stufen, als ich noch nicht so gut war im Stufen bauen, Fehler eingeschlichen. Und sicher habe ich (deshalb) weite Teile dieser Erfahrungstreppe in die falsche Richtung gebaut.
Aber weil ich auch Bewertungen anhand meiner eigenen Werte und Prinzipien durchführe (die das Resultat meiner Erfahrungstreppe sind), mache ich bei der Bewertung meiner Erfahrungstreppe von Vorneherein ein Systematischen Fehler - ich will so tun als ob ich objektiv bin, aber ich kann es gar nicht sein! Ich bin imer noch ich!
Aber wir müssen regelmäßig einmal unseren Erfahrngsschatz von der Seite beleuchten! Objektiv! Wie können wir sonst sicher sein, die nächsten Stufen in die richtige Richtung zu bauen? Die Welt wandelt sich so schnell, sie hat sich mit ziemlicher Sicherheit schon unter unserer langen langen (und bequemen!) Treppe der Erfahrung weiterbewegt. Und zwar außerhalb der Scheuklappen unser eigenen Prinzipien, Werte und Erfahrung. Da existieren Teile der Welt, die wir fälschlicherweise ausgeblendet haben, und die nun unsere Scheuklappen enger drücken. Bis schließlich die ganze Welt außerhalb liegt, und uns nichts bleibt außer uns selbst.
Es hilft nichts - wir müssen zweifeln, und zwar an unseren innersten Werten und Prinzipien, an unseren Erfahrungen, und an uns selbst. Das bremst uns unglaublich herunter und ist äußerst unangenehm, aber es hilft nichts. Nur so, wenn wir uns nicht allzu sicher sind, sind wir fähig, ein kritisches Wort gegen unseren eigenen Erfahrungsschatz zu führen. Durchsichtige Scheuklappen, sozusagen.
Ich hasse den Zweifel, insbesondere den an mir selbst; aber er muß sein; schließlich will ich leben.
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7.5.2007 von Michael Winkler.
Die einfachste Möglichkeit, jemanden dazu zu bringen etwas zu tun ist dafür zu sorgen, daß er es tun will. Sagt Dale Carnegie. Neudeutsch heißt das Win-Win-Situation.
Aus meinem Verständnis heraus ist es Manipulation eines Anderen, wenn man ihn überredet etwas zu tun, was er ursprünglich nicht wollte. Wenn ich ihm aber einen Nutzen einer Handlung darlege der ihm vorher vielleicht noch gar nicht aufgefallen ist, ist daran aber nichts falsches. Nur wenn ich es mit dem Hintergrund tue, seine Handlungen zu beeinflussen, dann wird es plötzlich anrüchig. Was genau ist also Manipulatin? Was stört uns daran, jemanden so zu beeinflussen, daß er eine Handlung ausführt?
Definieren wir stattdessen Manipulation als “überreden eines Anderen mit illegitimen Mitteln” wird es klarer. Dann bedeutet Manipulation nämlich, die Handlung eines anderen mithilfe von Lügen, Mißtrauen, Angst etc. zu beeinflussen. Also mit Argumenten, die bei näherer Betrachtung verpuffen oder sich als falsch herausstellen.
Ist das aber eine legitime Definition? Ist es überhaupt legitim, jemanden zu irgendetwas zu überreden? Das ist, finde ich, eine Frage des Zwecks, und der beteiligten Personen. Natürlich ist es mehr als legitim, jemanden zu einer Handlung zu überreden, die vor allem für denjenigen selbst nützlich ist. Aber selbst dann muß die Entscheidung es zu tun, von ihm selbst kommen; er selbst muß nach eigenen Erwägungen zum Entschluß kommen zu handeln. Ohne Druck. Du kannst den Leuten die Werkzeuge nur hinlegen; zwingen sie auch zu benutzen kannst du sie nicht.
Und die Personen sind wichtig. Versuche ich als 35-jähriger einen 8-jährigen zu einer Handlung zu überreden, so muß meine Argumentation äußerst rein und ehrlich sein, andernfalls riecht es nach Übervorteilung. Einem 35-jährigen gegenüber kann ich die Argumente entsprechend dem Nutzen filtern, er muß selbst wissen was er tut; bei einem wesentlich älteren, sagen wir einem 50-jährigen, darf ich evl. auch einmal die Wahrheit subjektiv beleuchten.
Aber in jedem der Fälle finde ich, sind Skrupel mehr als angebracht.
In diesem Sinne - es lebe win-win!
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2.5.2007 von Michael Winkler.
Ich mag keine Supermänner. Solche Typen, deren Charakter kein Makel zu haben scheint; die da stehen, Smalltalk halten mit anscheinend jedem und allen, und die jedermann liebt und über die dauernd gesprochen wird. Aber da bin ich nicht der Einzige.
Ich habe gemerkt, daß mein Erfolg bei den Leuten viel größer ist, wenn ich die eine oder andere Schwäche zugebe. Kleines Beispiel:
35 Jahre, Diplom-Informatiker, programmiert seit seinem 16. Lebensjahr, joggt 3 mal die Woche, fährt seit Jahrzehnten Snowboard und Ski, Sportwagen, verheiratet, einen Sohn, 3 Sprachen, selbstständig.
Wieviele Leute kommen da “drüber”? Feinste Ausbildung, politisch korrekte Hobbies, international, verantwortungsvoll. Würde ich mich so präsentieren, hätte ich sicher viele oberflächliche Bekanntschaften; aber hätte ich Freunde? Wer hat denn schon gerne so einen Menschen zum Freund? Einer, der tagein tagaus von seinem tollen IT-Beruf berichtet, der davon redet wie toll sein Sohn ist und daß er neulich auf einer “Hütte” zum “boarden” war? Du meine Güte.
35 Jahre, voll in der Midlife Crisis, Schlafstörungen, selbstständig, Bergfreund
Ja, das klingt doch besser, oder? Nein, es klingt nicht besser, aber es fühlt sich besser an. Kein Übermensch bei dem alles perfekt läuft, sondern ein Mensch mit interessanten Punkten, sicher, aber auch mit Problemen. Und mit vielen Gesprächsthemen, obwohl es weniger Worte sind!
Wenn mir einer mit einem Lebenslauf erster Art daherkommt, da werde ich neugierig und bohre nach. Kennen Sie das wenn einer eine Fassade rennoviert indem er nur die alte Farbe überpinselt? Wenn dann was abbröckelt, dann sieht’s darunter viel schmutziger und angestaubter aus als es eigentlich ist; und dann haben Sie sicher, gerade so wie ich, keine Lust mehr, hinter dem Rest der Fassade nachzugucken.
Ich liebe halt nun mal die Berge; aber Berge mit Tälern. Berge ohne Täler, das ist eine Hochebene; da muß ich hochklettern um die Ebene zu sehen (und wehe der STein bröckelt!); mit ganz normalen Tälern geht das natürlich einfacher, da schau’ ich einfach aus dem Tal hoch.
Und darum mag ich keine Supermenschen. Zu anstrengend.
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24.4.2007 von Michael Winkler.
Für all die da draußen, die keine Hoffnung mehr haben - alles wird gut. Wirklich und ehrlich.
“Gut” ist eine Frage des Standpunkts, das wissen wir alle. Man sagt ja auch, man muß die “Dinge nur positiv sehen”! Und wer “keine Hoffnung mehr hat”, der “sieht” die Dinge auch nur “zu düster”.
Soviel zur Theorie, aber die Praxis sieht anders aus. Da nimmt man sich extra eine ruhige Minute, man kocht sich vielleicht einen Tee, setzt sich hin und beginnt zu denken. Man starrt die Decke an, sieht vielleicht einen neuen Fleck, denkt an den Haushalt und schon geht sie wieder los, die Hölle im Kopf. Ich müßte die Küche streichen, aber das Geld reicht nicht dafür. Und selbst machen, dafür habe ich keine Zeit. ich habe ja keinen Krippenplatz! Die Sorgen nehmen überhand, und erdrücken alle kreativen Gedanken. Und dann klingelt das Telefon, es klopft an die Tür oder die Kinder quäken. Schluß mit den konstruktiven Gedanken, das wars, der Trott hat mich wieder.
Ich habe angefangen zu joggen. Stellen Sie sich vor - eine Stunde kein Handy, kein Laptop, keine Zeitung, kein Gesprächspartner, und keine Couch. Raus aus der Umgebung, raus aus den Störfaktoren. 1/2 Stunde für den Körper, 1/2 Stunde für den Geist.
Die ersten 10 Minuten sind die Hölle, der Körper rebelliert. Aber durch die Schritte werden die Muskeln durchgeschüttelt, und Verkrampfungen lösen sich. Irgendwann nach 10-20 Minuten verschwinden die Schmwerzen, und die Schritte fliegen von selbst - schneller, immer schneller. Die Gleichmäßigkeit der Schritte wirkt wie Meditation, die Seele wird ausgerichtet, vollständige Entspannung setzt ein. Und Glück. Du bekommst Abstand von deiner Wohnung, deinem Alltag, und deiner Hölle im Kopf. Die Probleme scheinen gar nicht mehr so groß, oder zumindest ein bisschen kleiner. Du stehst neben dir und deinen Lebern, und betrachtest von außen. Klar, ich müßte die ganze Küche streichen, aber vielleicht frage ich ja einen Freund? Oder ich hänge ein Bild über den größten Fleck? Und naja, wenn ich mir endlich einen Zeitplan mache, vielleicht reicht dann noch die Zeit für ein, zwei Stunden Nebenjob? Ich könnte eine Elterninitiative gründen, muß doch sowieso auf den Kleinen aufpassen,…
Klar, nicht alle Einfälle werden was; aber wenigstens sehen wir so wieder Möglichkeiten, und die Chancen, uns selbst an den eigenen Haaren aus dem Dreck zu ziehen.
Geht joggen, und das Licht wird wieder euer Leben durchfluten.
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23.4.2007 von Michael Winkler.
Wie oft ging in Ihrem Leben bisher etwas schief? Ich meine, so richtig schief, so, daß eine Welt zusammenbricht und man irgendwie wieder von Vorne anfangen muß? Mir ist das bisher zweimal passiert. Als mein erstes Studium in die Brüche ging, das hätt’ ich mir denken können. So richtig Angst gehabt, das habe ich aber erst bei den letzten zwei, drei Prüfungen. Und das war nicht gerade hilfreich, und geholfen hats sowieso nicht. Also wozu der ganze Streß?
Wieviele Male haben Sie sich solche Katastrophen erspart, weil sie ängstlich waren? Ich kann mich an keine einzige mehr erinnern. Ich habe Angst gefühlt, z.B: wenn ich vor einer steilen Klippe ohne Sicherung stand, wenn bei Tempo 200 plötzlich ESP und ABS versagen, oder wenn der Idiot rechts neben mir plötzlich nach links zieht; alles Situationen, die ziemlich schief hätten gehen können. Die Angst war dabei aber keinheswegs dienlich.
Was bringt mir die Angst? Was bringt es, wenn mir vor einer steilen Klippe plötzlich die Knie zittern? Wenn ich vor einem wichtigen Gespräch keine Luft mehr bekomme? Wenn ich bei Tempo 150 zucke weil meine Frau aus Angst “Vorsicht!” schreit? Nichts. Absolut gar nichts. Eher das Gegenteil.
Es mag ja sein daß die Angst als solche irgendwann mal in der Menschheitsgeschichte Sinn gemacht hat; vor einer Elefantenherde wegrennen, oder der Adrenalinschub wenn die Familie von einem Säbelzahntiger bedroht wird. Heute sieht es anders aus. Die Angst lähmt uns, verleitet uns zu unangemessenen Reaktionen, tötet Kreativität und Sachlichkeit.
Ich töte meine Angst. Durch Konfrontation, besonders “gefährliche” Situationen, ausgesprochen stressige Situationen, die mich an meine Grenzen bringen- ich gewöhne mich sozusagen an die Angst. Nur so kann ich gewährleisten, daß ich den Schreck und die Angst im Notfall neutralisieren kann.
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20.4.2007 von Michael Winkler.
Ich habe Gott gesehen. Er schaute mich an mit großen, unschuldigen Augen.
Ich habe Gott berührt. Er lag in meinem Arm, und sein Herz schlug mit meinem.
Ich habe mit Gott gesprochen. Ich sagte ihm “alles ist gut”, und er schlief selig ein.
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16.4.2007 von Michael Winkler.
Gesetzt der Fall, die Ereignisse und Zustände dieser Welt hängen “irgendwie” zusammen. Weiter gesetzt der Fall, es gibt eine (für einen spezielle Anwendung) relevante Menge an Ereignisse und Zustände k(n) dieser Welt, die hinreichend genau durch eine Zahl, errechnet als lineare Funktion, abgebildet werden könnten; dann können diese Ereignisse und Zustände als ein lineares Gleichungssystem (kurz LGS) formuliert werden:
a(n,m)*x(n,m)+a(n-1,m)*x(n-1,m)+a(n-2,m)*x(n-2,m)…. + a(1,m)*x(1,m) = k(m)
a(n,m-1)*x(n,m-1)+a (n-1,m-1)*x(n-1,m-1)+…..a(1,m-1)*x(1,m-1) = k(m-1)
…
a(n,1)*x(n,1)+a(n-2,1)*x(n-2,1)+…a(1,1)*x(1,1) = k(1)
Dieses LGS könnte mithilfe des Gauß’schen Eliminationsverfahren aufgelöst werden. Das funktioniert auch ganz wunderbar, wenn die Spaltenvektoren a (i,j) linear abhängig voneinander sind und m >= n ist, also die Anzahl der Zeilen mindestens die Anzahl der Spalten ist.
Ein Beispiel! Nehmen wir Aktien. Die Aktienwerte dieser Welt sind sicher wesentlich stärker aneinander gekoppelt als irgendwelche anderen Werte dieser Welt. Sinkt ein Hauptwert, so kann das gerne einmal zu einer Kettenreaktion führen, und eine ganze Börse in den Ruin treiben. Sinken mehrere Werte gleichzeitig (z.B. weil ein gemeinsamer Aktieneigner sein Depot konsolidiert), so ist die Gefahr ungleich größer, und nahezu wahrscheinlich ist der Börsencrash, wenn sich in der Runde der Aktieneigner eine schlechte Laune, Panik oder ähnliches ausbreitet. Man kann also mit einiger Berechtigung sagen, daß die Börsenkurse unterschiedlicher Aktien stark aneinander gekoppelt sind. Dehnt man dann das zeitliche Fenster aus, so gibt es irgenwann einen Punkt, ab dem man auch von einer (positiven oder negativen) linearen Kopplung der zeitlichen Mittelwerte reden kann. Aktienkurse sind also bestens geeignet für unser kleines Zahlenspiel!
Es sei jede Zeile 1 <= j <= m die Formel für einen Aktienkurs, k(j) also der Mittelwert des Aktienkurses j in einem von uns beliebig aber für alle Kurse festen Intervall. x(i,j) seien die Aktienkurse innerhalb des Intervalls i für 1 <= i <= n. Wenn wir eine Post-Mortem-Analyse fahren, können wir also sowohl die xen als auch die ks in das LGS eintragen. Aber was nützt es uns, wenn wir ein Gleichungssystem aufstellen für Werte x (i,j), wenn wir dann diese Werte einsetzen?
Die Koeffizienten a(i,j), das sind in diesem Fall die wirklich interessanten Werte. Sie bestimmen nämlich, wie stark die unterschiedlichen Aktienkurse x(i,.j) aneinander gekoppelt sind. Sind in einer Spalte (also festes i, variables j) mehrere Werte besonders stark ausgeprägt und andere Werte jedoch sehr gering, so deutet das auf eine starke Korrelation der AKtienwerte (über die übliche Börsenkorrelation hinaus) hin; das heißt, diejenigen Werte mit einem großen a(i,j) hängen “irgendwie” zusammen, sind also wesentlich stärker zueinander gekoppelt als die anderen Werte - in diesem Zeitintervall.
Das bedeutet weiter - wenn ich also eine Korrelation für zwei Aktien gefunden habe und bekomme eine Neuigkeit fur eine der beiden Aktien - dann hilft mir das bei der Vorhersage des anderen Wertes. Freilich wird diese Vorhersage umso ungenauer, je “heißer” eine Situation ist, oder je kleiner das zeitliche Intervall ist.Und umso nutzloser, je größer das zeitliche Intervall ist.
Stellt sich nur noch die Frage: wie bekomme ich die Werte a(i,j).
Wenn wir uns vor Augen führen was wir zuerst wissen wollen, nämlich welche Werte wie gekoppelt sind, können wir den Wertebereich für die a(i,j) stark einschränken. Setzen wir -1 = stark negativ gekoppelt, 0 = normal gekoppelt, 1 = stark positiv gekoppelt; um den Korrekturwert irgendwie zu greifen, führen wir für jede Zeile r(j) ein, der die Ungenauigkeit der Annahme repräsentiert, und ziehen diesen rechts von k(j) ab. dann sind diejenigen Zeilen für uns interessant, bei denen die Ungenauigkeit r(j) hinreichend gering ist.
Trotzdem dürften jetzt schon einige Zeilen herausfallen. Und über den Rest, da kümmer ich mich ein andermal ![]()
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11.4.2007 von Michael Winkler.
Phantasie ist ne dolle Sache; da kann man Sachen erleben, die würde man real nie erleben: Drachen töten, den Himalaya besteigen, nackt durch die City laufen,…
Aber was passiert, wenn ich mir Sachen erträume, die ich erleben sollte? z.B. habe ich mir schon mal vorgestellt, eine bestimmte Klausur an der Uni zu bestehen, und zwar mit jeder Einzelheit. Das Gefühl, wenn man den Prüfungsraum verlässt und Richtung Caffeteria läuft; die Freude, neben meiner Matrikel-Nummer eine gute Note zu sehen, das federleichte Gefühl am Abend, nach 3 Tequillas und einer scharfen Blonden,… Danach hatte ich keine Lust mehr auf die Klausur zu lernen; denn ich hatte ja schon alles in meiner Phantasie erlebt, und zwar mit den bestmöglichen Details, mehrfach hintereinander in immer tolleren Versionen. Da hat die Realität gar keine Chance. Und natürlich bin ich Vollgas durch die Klausur gerasselt. Am darauffolgenden Abend kam was kommen mußte - ich habe mich im Zimmer eingeschlossen und mir vorgestellt, wie es hätte sein können.
Die Realität hat keine Chance gegen Träume. Darum sollte man nicht zuviel träumen. Oder besser: nicht zuwenig leben ![]()
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30.3.2007 von Michael Winkler.
Neulich fragte mich jemand “Herr Winkler, sind Sie Christ?” Glaube ich an die christliche Lehre, die christlichen Glaubenssätze, Jesu als Gottes Sohn, die Auferstehung von dem Tod, Himmel und Hölle und der ganze Rest? Ja, tu ich. Glaube ich an “den Gott”? Ja nun, das ist so ne Sache.
Es gibt eine Kraft, die allmächtig ist, die in allem wirkt und durch die wir wirken. Deren Abbild wir sind, und deren Geschöpfe. Deren Kinder wir sind, also auch Jesu Christ. Aber - handelt es sich dabei um eine Einheit? Ist es ein Bewußtsein das uns steuert, oder vielmehr die Gesamtheit des Universums, das wir in letzter Instanz (und zu winzig kleinem Anteil) mitsteuern?
Nicht mal die Kirche ist sich da sicher! Drei Aspekte ein und desselben Wesens - der Vater, der Sohn, und der Heilige Geist, kurz Dreieinigkeit - das ist doch so ein Notbehelf; eine Zusammenfassung mehrerer Aspekte, die sich sonst nicht vereinen lassen, zu einem Begriffsobjekt, über das wir sprechen können.
Wenn ich sage “mein Gott ist das Universum”, so ist das nicht weniger Notbehelf. Ich sage damit, daß jedes einzelne Fitzelchen des Universums ein Teil Gottes ist, und Gott in jedem einzelnen Fitzelchen des Universums einen Ableger hat. Einerseits bedeutet das zwar, daß es im Endeffekt keinen losgelösten Teil des Universums gibt, den wir eineindeutig als “den Gott” bezeichnen können, weil nach meiner Auffassung Gott per Definition überall ist. Und natürlich, es klingt nach Druidenreligion, Gaia-Theorie und Buddhismus.
Andererseits (wo habe ich das gelesen?) Gott durchdringt alles. Gott weiß alles. Gott wirkt im allem und vor allem - Gott ist nicht fassbar. Weder teilweise noch in seiner Ganzheit. Naja, gerade wie das Universum. Außerdem - wenn Gott und Universum eins sind, bedeutet “Kind des Universums” auch gleichzeitig “Kind Gottes”, und das klingt doch sehr christlich.
Im Endeffekt bin ich mir also einig mit der christlichen Kirche - ich benutze lediglich eine andere Sprache. Puh - Glück gehabt. Endlich weiß ich warum ich Kirchensteuer zahle.
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28.3.2007 von Michael Winkler.
Denken Sie wir sind gerettet nur weil das Atom-Thema fast vom Tisch ist? Pah! Denken Sie! Da komt noch mehr auf uns zu, ganz ohne Krieg:
Geschrieben in oh-my-god! | Drucken | Keine Kommentare »