Archiv der Kategorie My Way

der Glaube, Teufel noch mal…

Treffen Wettervorhersagen zu? Meistens, oder? Passieren wegen Verkehrsampeln weniger Unfälle? Ja, klar! Wurde die Cheops-Pyramide von Cheops erbaut? Na von wem denn sonst!

Mal ganz ehrlich - wie oft haben Sie sich was gewünscht? Von Ihrem Partner, von Gott, von wem auch immer. Und wie oft gings in Erfüllung? Wenn ich schätzen darf: im großen und Ganzen deutlich häufiger  als die Wettervorhersage eintritt. Trotzdem vertrauen Sie eher auf die Wettervorhersage anstatt sich Wetter zu wünschen. Schön blöd ;)

Master-Brain!

Wir sind ja sowas von bescheuert!

Da gibt es Wege, um den Schlaf produktiv zu nutzen, und was sagen wir uns? “Das klappt doch eh nicht, wir brauchen das sowieso nicht”. Anstatt es einfach mal zu probieren.

Da gibt es Wege, pro Arbeitstag mehrere Bücher zu lesen, und was sagen wir uns? “Das klappt doch eh nicht, wir brauchen das sowieso nicht”. Anstatt es einfach mal zu probieren!

Da gibt es Wege, nebenher mühelos Sprachen zu lernen, und was sagen wir uns? “Das klappt doch eh nicht, wir brauchen das sowieso nicht”. Anstatt es einfach mal zu probieren, verdammt nochmal!

Wir sind ja sowas von bescheuert, und Recht haben wir damit!

(Für Widersprecher: Luzides Träumen, Speed Reading, Birkenbihl; Google fragen)

Rock’n Roll, Baby

Seit einem Dale Carnegie-Kurs im März 2006 fahre ich einen Sportwagen. Das ist verwunderlich, denn eigentlich mag ich keine Autos und wir haben im Kurs nun nicht über Sportautos gesprochen. Und doch irgendwie habe ich plötzlich Leidenschaft - ein ganz und gar menschliches Gefühl - mit toter Materie verbunden, einem Auto.

Maschinen befriedigen und spiegeln die Gefühle der Menschen! Schrei deinen Computer an, schlag ihn, prügel auf ihn ein und ich verspreche dir - er wird garantiert nicht das tun was er soll! Sondern er wird dich anschreien, er wird dich verprügeln und auf dich einschlagen daß es richtig richtig weh tut - in seiner ganz speziellen (kryptischen) Sprache!

Haben Maschinen nichts mit Menschen und nichts mit Gefühlen zu tun? brauchen wir Computer nur für den Verstand? Hinkt mein Vergleich so sehr?

Ich betrachte mich als Computer-Coach. Ich coache Computer damit sie besser mit den Menschen zurecht kommen.

Gar nicht lustig

Zu einer richtig guten Party gehört Alkohol schon irgendwie dazu, oder? Was wäre die Wies’n ohne Bier, ein Weinfest ohne Wein, und diese exzessive Party neulich, die wäre harmlos verlaufen, wenn da nicht diese Schnäpse gewesen wären…

Es ist erwiesen, daß Alkohol die Wahrnehmung trübt. Das Sichtfeld wird eingeschränkt, man hört schlechter und die Motorik wird furchtbar träge. Auf eine Party übertragen bedeutet das: man sieht nicht, daß der Gegenüber gerade das Gesicht verzieht. Man hört auch nicht daß die Leute hinter einem gerade tuscheln weil man so komisch durch die Gegend schwankt. Warum war diese Party mit dem vielen Alkohol also so toll? Die erschreckende Wahrheit: weil wir nicht gemerkt haben, daß sie grottenschlecht war. Hätten wir keinen Alkohol getrunken, hätten wir das gemerkt, und hätten unsere Zeit vielleicht besser genutzt. Was zum wirklich überraschendem Schluß führt:

Trink kein Alkohol und du sparst Zeit.

ach Herrgott nochmal …

Das darf doch nicht wahr sein, erst dieser dumme Fehler mit dem Bodrstein und jetzt das… ich dachte mir, “tust dem Auto was Gutes, kaufst ihm mal 5W60″. Das beste Motor-Öl, was man so an der Tanke finden kann - RS. Der Ölstand war sowieso ganz unten, also Flasche gekauft (25€ / l), und rein damit. Ein bisschen gefahren, geprüft, was, immer noch zuwenig? Ok, Flasche gekauft, rein damit. Ich fahr also fast 200km zu meinen Eltern, der Wagen rollt wie noch nie.

“Was qualmt denn bei dir? Und warum stinkt der so?” meinte mein Vater, nach fast 2 1/2 Stunden bei ihm angekommen. Ein kritischer Blick auf den Ölstand - “viel zu viel, da geht der Motor kaputt”. Das meinte dann auch der ADAC, und schleppte das Auto kurzerhand nach München.

Das smart Center München hat dann fast 1 1/2 Liter von meinem supa dupa Öl abgepumpt, und jetzt raucht er nimmer. Glück gehabt, die ganze Aktion hat mit nur 30€ gekostet, zuzüglich 1 1/2 Litter verschwendetes Öl. Hättte auch teurer kommen können, sowas endet normalerweise in nem kaputten kat, und der kostet bei Brabus.

Was lernen wir daraus? Diverses:

  1. Wer eine Dummheit tut, ist nicht vor der nächsten gefeit
  2. machmal ist zuviel einfach zuviel, selbst wenns um Sahnehäubchen geht
  3. manchmal gehen heftige Situationen trotzdem glimpflich aus (ganz entgegen Murphy)

Idiot

So ein Dreck.

Mit 80 bei Regen einen rechten Winkel zu fahren, das war wohl zu frech. Sogar allein auf der Straße. Mein Roadster ist gedriftet, und ich habs gar nicht gemerkt. Erst der Bordstein hat mich gestoppt und - zonk - die Alu-Felge eingedrückt wie Butter. Die sich dann in den Reifen gedrückt hat und pfffffft - schlauchlose Reifen machen das gerne mal - die Luft abgelassen. Reifen platt, Auto fahruntüchtig, ADAC gerufen.

Ich saß da nun, mit meinem kurzärmeligen, knallroten Hemd und habe eine geschlagene Stunde auf den ADAC gewartet, GEFROREN wie ein Windhund! Mitten im Sommer! Herr Petrus, ist das überhaupt erlaubt? Was waren das, 5°? “Grad ein Wunder daß es nicht schneit” meinte der freundliche ADAC-Mensch zu mir und drehte die Heizung auf. Ja, wohl wahr.

Und im Smart-Center dann der Schock: “Ich darf das nicht reparieren, der Felgen ist hin!” Was? Eine Brabus-Felge? Die kostet doch Schweine-Geld! “Ja, so um die 350€” meinte er, um sich dann bei einem Blick in den Katalog zu korrigieren “nein, es sind 400€ - netto. Zuzüglich Montage.” Na hoffentlich muß ich nicht auch noch den sündhaft teuren Michelin-Reifen austauschen…
Was bleibt also, nach 5 Sekunden Unachtsamkeit, 1 Stunde auf den ADAC frieren/warten und 500€ brutto später?

Wärst doch nur ein BISSCHEN langsamer gefahren, du Idiot.

virtuelle Freiheit ?!?

Ich war noch nie auf der Route 66. Ich durfte noch nicht die Landschaft genießen, diese Sonne hat noch nie meine Haut verbrannt, kein Adler ist dort über mich hinweggeflogen und hat nach seinen Artgenossen geschrien. Trotzdem weiß ich, daß es auf der Route66 Unebenheiten gibt, die zuweilen sehr schmerzhaft, und ganz und gar real sind.
Genauso real wie die tausende Kinder in Asien, die in der virtuellen Umgebung “Everquest” sitzen, an einer ganz bestimmten Stelle, und immer und immer wieder, 16 Stunden pro Tag, dieselbe “Spielfigur” verprügeln, ihr alle virtuellen Gegenstände abnehmen und diese der “Spielfigur” eines skrupellosen Geschäftsmanns geben. Dieser verkauft die virtuellen Gegenstände anderen Teilnehmern der virtuellen Umgebung, aber gegen reales Geld.

Er tut dies, weil er eine Lücke im System gefunden hat, und diese ausnutzt. Solch einen findigen Geschäftsmann findet sich jederzeit, für jede virtuelle Umgebung, für jedes Spiel. Es ist die Natur des Menschen solche Lücken zu finden sobald es einen Vorteil, oder auch nur ein leichteres Leben, verspricht. Denn Freiheit endet da, wo die Freiheit des Anderen beginnt: mitten in der Grauzone. Und da, nämlich in der Grauzone, findet die eigentliche Schlacht statt.

Verstanden? Nochmal langsam:

Nur weil Everquest ein “Spiel” ist, das als “virtuelle” Umgebung über das “Internet” funktioniert, heißt das noch lange nicht, daß es darin keine mittelalterlichen Probleme wie Kindesmißbrauch und Sklavenarbeit geben kann.

Willkommen im gleichen Krieg, aber auf einem virtuellen Schlachtfeld. Willkommen in der neuen alten Welt.

Neue Wege

Und dann war da dieser Mann, er hatte sich gerade ein paar neueste Laufschuhe gekauft, und probierte sie aus. Er joggte durch den Wald, den Kiesweg herunter und über die Brücke. Die Vögel zwitscherten und eine laue Brise kühlte seinen Schweiß. Er fühlte sich wunderbar. Da lief ihm ein guter Freund über den Weg, der ebenfalls joggte. Sie begrüßten sich und der Mann schlug vor, denselben Weg zurückzulaufen, weil er doch so schön gewesen wäre.

“Ich kann da nicht laufen”, antwortete der Freund, ” ich jogge barfuß, und die Kiesel sind so spitz”. Da beide ungefähr dieselbe Schuhgröße hatten, bot ihm der Mann kurzerhand seine neuen Schuhe an und selbst ein bisschen barfuß zu laufen. Er bückte sich um die Schuhe auszuziehen. “Nein, deine Schuhe passen mir nicht”. Überrascht bat ihn der Mann es doch erst einmal zu probieren.

“Wieso soll ich deine Schuhe probieren?” fragte der Freund, “Es gibt noch andere schöne Wege, und barfuß laufen hat sich bewährt!”.

Wenn man sich selbst weiterentwickelt, sei es durch einen Kurs, eine Erfahrung oder auch nur durch eine Erkenntnis, so legt man sich bessere Laufschuhe zu für seinen Lebensweg. Man kommt schneller voran, kann damit unbekannte, bessere Wege gehen, schnellere Wege, und schönere. Immer wenn man so einen Weg betritt, läßt man ein paar der Seinen hinter sich, denn sie haben keine neuen Laufschuhe, und können diese Wege nicht gehen. Die Wenigsten lassen sich überreden, sich selbst Schuhe zu kaufen.Doch was ist der Ausweg? Aufzuhören neue Wege zu gehen? Selbst wieder barfuß zu laufen?

Ich habe zwei paar Schuhe: ein einfaches Paar, schon ausgetreten, die mich viele Jahre begleitet haben - das benutze ich mit den Meinen; und ein neues Paar, perfekt gefedert und robust, für die neuen Wege - wenn ich allein jogge.
Und ich lerne Autofahren. Damit irgendwann niemand mehr - selbst gehen muß.

Und tschüß

Ich habe einen neuen Grundsatz - jedes mal, wenn mir wieder ein Auftrag durch die Lappen geht, werde ich eine Schulung machen. Ich werde keine Personen oder Ereignisse suchen, die “daran schuld sind” - sobald es um Menschen geht sind solche Erkenntnisse sowieso hochgradig volatil. Stattdessen werde ich eine Schulung machen, die ungefähr in die Richtung liegt, wo das Problem war. Eine neue Sicht der Dinge lernen, meinen Horizont erweitern. Das bringt mich weiter als jeder Müßiggang.

Neulich war es wieder soweit. Die Gründe sind vielfältig, und entsprechend unbefriedigend. Teilweise war es meine Schuld, teilweise nicht - das Übliche, wir alle kennen es ja. Und als Bestrafung (oder ist es eher eine Belohnung?!?) werde ich einen NLP-Kurs machen. Vielleicht lediglich den “Adepten”, vielleicht auch gleich den “Meister”. Und mit dem sicheren Wissen, daß ich danach - dieselben Fehler sowieso nicht noch einmal machen werde. So hat auch dieses fatale Ereignis (wir sprechen von fast 100′000€ Umsatz!) etwas Positives.

Muß ich nur aufpassen, daß ich nicht “süchtig” danach werde,  meinen Auftrag zu verlieren.

Erfahrungswerte!

Endlich, endlich werde ich gelassen! atmete ich auf. Endlich versiegt die Wut, endlich der Ärger; endlich Ruhe…

Jaja, es war schon schlimm, jung zu sein. Nicht zu wissen wo mein Platz ist, was meine Aufgabe. Und es war schlecht für das Ego - jeder schien alles besser zu wissen!

Darum habe ich mir Prinzipien und Werte zurechtgelegt, um das Eine und das Andere zu erklären, und um bei Handlungsbedarf nicht immer stundenlang in mich gehen zu müssen. Jeder Satz an Prinzipien und Werten hat die Eigenschaft, daß er das Rauschen am Rande, das für die Zielfindung nicht wesentlich ist, ausblendet. So ein Rauschen sind vielleicht die Meinungen der anderen Leute, Erscheinungen, die oberflächlich mit einer wichtigen Sache zu tun haben etc pp.
Je länger wir an seinen Werten und Prinzipien feilen, desto effizienter werden wir im Ausblenden des Rauschens, und die Dinge gehen besser von der Hand. Früher oder später bekommen wir regelrechte Scheuklappen, die alles, was nicht mit unseren Werten und Prinzipien zu tun hat, ausblendet.

Und dann finden uns an einer Stelle, an der vielleicht einiges nicht perfekt läuft, aber an der wir uns ganz wohl fühlen mit uns selbst. Ein “lokales Maximum” würden die Mathematiker sagen. Und da lassen wir uns nieder.
Dummerweise erreichen wir diese Stelle irgendwo in der Mitte des Lebens, und nicht am Ende. Unser Leben geht also weiter, und wir hängen in diesem lokalen Maximum fest. Es passt uns immer weniger und weniger, in kleinen Häppchen, unterhalb der Notwendigkeit zu handeln. Dann läuft das Eine schief, dann das Andere, und irgendwann werden wir gezwungen, unsere Werte und Prinzipien anzupassen, sei es durch einen Schicksalsschlag, oder eine ungünstige Entwicklung. Es ist wie verhext - wir bauen uns ein Wertesystem auf um uns zurechtzufinden in dieser Welt; und genau zu dem Zeitpunkt wo wir glauben, jetzt haben wir’s, jetzt können wir endlich richtig loslegen, müssen wir alles überdenken, steht alles zur Disposition, und kommt der Zweifel wieder. Der Zweifel! Wie ich es hasse zu zweifeln!

Ich habe mir Erfahrungs-Stufen gebaut. Immer wenn ich eine Stufe erlangt habe, habe ich die vorigen Stufen als gegeben, wahr und richtig hingenommen - schließlich war es mir ja möglich, mit der inneliegenden Kenntnis weiterzuarbeiten, also muß ja etwas wahres dran sein! Ich habe also immer aus der aktuellen Summe der Erfahrungen heraus die nächste Stufe gebaut. Sicher haben sich in den ersten Stufen, als ich noch nicht so gut war im Stufen bauen, Fehler eingeschlichen. Und sicher habe ich (deshalb) weite Teile dieser Erfahrungstreppe in die falsche Richtung gebaut.

Aber weil ich auch Bewertungen anhand meiner eigenen Werte und Prinzipien durchführe (die das Resultat meiner Erfahrungstreppe sind), mache ich bei der Bewertung meiner Erfahrungstreppe von Vorneherein ein Systematischen Fehler - ich will so tun als ob ich objektiv bin, aber ich kann es gar nicht sein! Ich bin imer noch ich!

Aber wir müssen regelmäßig einmal unseren Erfahrngsschatz von der Seite beleuchten! Objektiv! Wie können wir sonst sicher sein, die nächsten Stufen in die richtige Richtung zu bauen? Die Welt wandelt sich so schnell, sie hat sich mit ziemlicher Sicherheit schon unter unserer langen langen (und bequemen!) Treppe der Erfahrung weiterbewegt. Und zwar außerhalb der Scheuklappen unser eigenen Prinzipien, Werte und Erfahrung. Da existieren Teile der Welt, die wir fälschlicherweise ausgeblendet haben, und die nun unsere Scheuklappen enger drücken. Bis schließlich die ganze Welt außerhalb liegt, und uns nichts bleibt außer uns selbst.

Es hilft nichts - wir müssen zweifeln, und zwar an unseren innersten Werten und Prinzipien, an unseren Erfahrungen, und an uns selbst. Das bremst uns unglaublich herunter und ist äußerst unangenehm, aber es hilft nichts. Nur so, wenn wir uns nicht allzu sicher sind, sind wir fähig, ein kritisches Wort gegen unseren eigenen Erfahrungsschatz zu führen. Durchsichtige Scheuklappen, sozusagen.
Ich hasse den Zweifel, insbesondere den an mir selbst; aber er muß sein; schließlich will ich leben.