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30.7.2007 von Michael Winkler.
So ein Dreck.
Mit 80 bei Regen einen rechten Winkel zu fahren, das war wohl zu frech. Sogar allein auf der Straße. Mein Roadster ist gedriftet, und ich habs gar nicht gemerkt. Erst der Bordstein hat mich gestoppt und - zonk - die Alu-Felge eingedrückt wie Butter. Die sich dann in den Reifen gedrückt hat und pfffffft - schlauchlose Reifen machen das gerne mal - die Luft abgelassen. Reifen platt, Auto fahruntüchtig, ADAC gerufen.
Ich saß da nun, mit meinem kurzärmeligen, knallroten Hemd und habe eine geschlagene Stunde auf den ADAC gewartet, GEFROREN wie ein Windhund! Mitten im Sommer! Herr Petrus, ist das überhaupt erlaubt? Was waren das, 5°? “Grad ein Wunder daß es nicht schneit” meinte der freundliche ADAC-Mensch zu mir und drehte die Heizung auf. Ja, wohl wahr.
Und im Smart-Center dann der Schock: “Ich darf das nicht reparieren, der Felgen ist hin!” Was? Eine Brabus-Felge? Die kostet doch Schweine-Geld! “Ja, so um die 350€” meinte er, um sich dann bei einem Blick in den Katalog zu korrigieren “nein, es sind 400€ - netto. Zuzüglich Montage.” Na hoffentlich muß ich nicht auch noch den sündhaft teuren Michelin-Reifen austauschen…
Was bleibt also, nach 5 Sekunden Unachtsamkeit, 1 Stunde auf den ADAC frieren/warten und 500€ brutto später?
Wärst doch nur ein BISSCHEN langsamer gefahren, du Idiot.
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27.7.2007 von Michael Winkler.
Ich war noch nie auf der Route 66. Ich durfte noch nicht die Landschaft genießen, diese Sonne hat noch nie meine Haut verbrannt, kein Adler ist dort über mich hinweggeflogen und hat nach seinen Artgenossen geschrien. Trotzdem weiß ich, daß es auf der Route66 Unebenheiten gibt, die zuweilen sehr schmerzhaft, und ganz und gar real sind.
Genauso real wie die tausende Kinder in Asien, die in der virtuellen Umgebung “Everquest” sitzen, an einer ganz bestimmten Stelle, und immer und immer wieder, 16 Stunden pro Tag, dieselbe “Spielfigur” verprügeln, ihr alle virtuellen Gegenstände abnehmen und diese der “Spielfigur” eines skrupellosen Geschäftsmanns geben. Dieser verkauft die virtuellen Gegenstände anderen Teilnehmern der virtuellen Umgebung, aber gegen reales Geld.
Er tut dies, weil er eine Lücke im System gefunden hat, und diese ausnutzt. Solch einen findigen Geschäftsmann findet sich jederzeit, für jede virtuelle Umgebung, für jedes Spiel. Es ist die Natur des Menschen solche Lücken zu finden sobald es einen Vorteil, oder auch nur ein leichteres Leben, verspricht. Denn Freiheit endet da, wo die Freiheit des Anderen beginnt: mitten in der Grauzone. Und da, nämlich in der Grauzone, findet die eigentliche Schlacht statt.
Verstanden? Nochmal langsam:
Nur weil Everquest ein “Spiel” ist, das als “virtuelle” Umgebung über das “Internet” funktioniert, heißt das noch lange nicht, daß es darin keine mittelalterlichen Probleme wie Kindesmißbrauch und Sklavenarbeit geben kann.
Willkommen im gleichen Krieg, aber auf einem virtuellen Schlachtfeld. Willkommen in der neuen alten Welt.
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