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24.4.2007 von Michael Winkler.
Für all die da draußen, die keine Hoffnung mehr haben - alles wird gut. Wirklich und ehrlich.
“Gut” ist eine Frage des Standpunkts, das wissen wir alle. Man sagt ja auch, man muß die “Dinge nur positiv sehen”! Und wer “keine Hoffnung mehr hat”, der “sieht” die Dinge auch nur “zu düster”.
Soviel zur Theorie, aber die Praxis sieht anders aus. Da nimmt man sich extra eine ruhige Minute, man kocht sich vielleicht einen Tee, setzt sich hin und beginnt zu denken. Man starrt die Decke an, sieht vielleicht einen neuen Fleck, denkt an den Haushalt und schon geht sie wieder los, die Hölle im Kopf. Ich müßte die Küche streichen, aber das Geld reicht nicht dafür. Und selbst machen, dafür habe ich keine Zeit. ich habe ja keinen Krippenplatz! Die Sorgen nehmen überhand, und erdrücken alle kreativen Gedanken. Und dann klingelt das Telefon, es klopft an die Tür oder die Kinder quäken. Schluß mit den konstruktiven Gedanken, das wars, der Trott hat mich wieder.
Ich habe angefangen zu joggen. Stellen Sie sich vor - eine Stunde kein Handy, kein Laptop, keine Zeitung, kein Gesprächspartner, und keine Couch. Raus aus der Umgebung, raus aus den Störfaktoren. 1/2 Stunde für den Körper, 1/2 Stunde für den Geist.
Die ersten 10 Minuten sind die Hölle, der Körper rebelliert. Aber durch die Schritte werden die Muskeln durchgeschüttelt, und Verkrampfungen lösen sich. Irgendwann nach 10-20 Minuten verschwinden die Schmwerzen, und die Schritte fliegen von selbst - schneller, immer schneller. Die Gleichmäßigkeit der Schritte wirkt wie Meditation, die Seele wird ausgerichtet, vollständige Entspannung setzt ein. Und Glück. Du bekommst Abstand von deiner Wohnung, deinem Alltag, und deiner Hölle im Kopf. Die Probleme scheinen gar nicht mehr so groß, oder zumindest ein bisschen kleiner. Du stehst neben dir und deinen Lebern, und betrachtest von außen. Klar, ich müßte die ganze Küche streichen, aber vielleicht frage ich ja einen Freund? Oder ich hänge ein Bild über den größten Fleck? Und naja, wenn ich mir endlich einen Zeitplan mache, vielleicht reicht dann noch die Zeit für ein, zwei Stunden Nebenjob? Ich könnte eine Elterninitiative gründen, muß doch sowieso auf den Kleinen aufpassen,…
Klar, nicht alle Einfälle werden was; aber wenigstens sehen wir so wieder Möglichkeiten, und die Chancen, uns selbst an den eigenen Haaren aus dem Dreck zu ziehen.
Geht joggen, und das Licht wird wieder euer Leben durchfluten.
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