Archive für März 2007

Bin ich Christ?

Neulich fragte mich jemand “Herr Winkler, sind Sie Christ?” Glaube ich an die christliche Lehre, die christlichen Glaubenssätze, Jesu als Gottes Sohn, die Auferstehung von dem Tod, Himmel und Hölle und der ganze Rest? Ja, tu ich. Glaube ich an “den Gott”? Ja nun, das ist so ne Sache.

Es gibt eine Kraft, die allmächtig ist, die in allem wirkt und durch die wir wirken. Deren Abbild wir sind, und deren Geschöpfe. Deren Kinder wir sind, also auch Jesu Christ. Aber - handelt es sich dabei um eine Einheit? Ist es ein Bewußtsein das uns steuert, oder vielmehr die Gesamtheit des Universums, das wir in letzter Instanz (und zu winzig kleinem Anteil) mitsteuern?

Nicht mal die Kirche ist sich da sicher! Drei Aspekte ein und desselben Wesens - der Vater, der Sohn, und der Heilige Geist, kurz Dreieinigkeit - das ist doch so ein Notbehelf; eine Zusammenfassung mehrerer Aspekte, die sich sonst nicht vereinen lassen, zu einem Begriffsobjekt, über das wir sprechen können.
Wenn ich sage “mein Gott ist das Universum”, so ist das nicht weniger Notbehelf. Ich sage damit, daß jedes einzelne Fitzelchen des Universums ein Teil Gottes ist, und Gott in jedem einzelnen Fitzelchen des Universums einen Ableger hat. Einerseits bedeutet das zwar, daß es im Endeffekt keinen losgelösten Teil des Universums gibt, den wir eineindeutig als “den Gott” bezeichnen können, weil nach meiner Auffassung Gott per Definition überall ist. Und natürlich, es klingt nach Druidenreligion, Gaia-Theorie und Buddhismus.
Andererseits (wo habe ich das gelesen?) Gott durchdringt alles. Gott weiß alles. Gott wirkt im allem und vor allem - Gott ist nicht fassbar. Weder teilweise noch in seiner Ganzheit. Naja, gerade wie das Universum. Außerdem - wenn Gott und Universum eins sind, bedeutet “Kind des Universums” auch gleichzeitig “Kind Gottes”, und das klingt doch sehr christlich.
Im Endeffekt bin ich mir also einig mit der christlichen Kirche - ich benutze lediglich eine andere Sprache. Puh - Glück gehabt. Endlich weiß ich warum ich Kirchensteuer zahle.

Yet to come

Denken Sie wir sind gerettet nur weil das Atom-Thema fast vom Tisch ist? Pah! Denken Sie! Da komt noch mehr auf uns zu, ganz ohne Krieg:

  • die Kamera-Technik wird demnächst so gut werden, daß man aus Satelliten heraus die Zeitung lesen kann, die ein am Strand Liegender in der Hand hat. Google Earth veröffentlicht diese Bilder dann, sodaß Sie bald durch die Dachluke Ihres Nachbarn gucken können um nachzuschauen, was für Bücher auf seinem Fenstersims liegen. Und er durch Ihre. Dann dauert es auch nicht mehr lang, bis die Polizei Parksünder mittels Google Earth sucht. Schöne neue Technik!
  • Kennen Sie diese Funk-Wanzen, die sich gut verstecken lassen und das Gehörte mittels Funk an einen tragbaren Empfänger übermitteln? Lassen sich von Jedermann “zum Export” per Versandhandel bestellen. Damit können Sie ganz hervorragend -an interessanter Stelle platziert- ihren Nachbarn belauschen, oder die Gespräche im Chefzimmer verfolgen. Aber es kommt noch dicker - das Militär forscht an künstlichen Fliegen, funkgesteuerte Mini-Roboter, die eine Kamera eingebaut haben, ein Mikrofon, und fliegen können! Stellen Sie sich vor - Sie starten bei sich im Wohnzimer eine Flugwanze, die steuern Sie aus Ihrer Wohnung, durch den Kamin Ihres Nachbarn in sein Haus. Dort suchen Sie sich eine zugestellte Steckdose, an der Sie erst mal Strom tanken. Und dann geht es weiter - was hat er in seinen Schubladen? Wo hat er seine Steuerdaten versteckt? Finden Sie vielleicht in der Schublade in der Küche die Passwörter fürs Online-Banking? Wenn Ihnen der Strom ausgeht - docken Sie an “Ihrer” Steckdose, schalten Sie die Wanze auf “Auto-Modus”. Hier nimmt sie einfach alles auf, was sie hört oder sieht und funkt es an Ihren PC. Während Sie bei der Arbeit sind filtert eine Software die Leerzeiten ohne Ereignisse aus. Wenn Sie wieder von der Arbeit kommen, können Sie gezielt die Ereignisse anschauen, die Sie interessieren. Dann können Sie die Flugwanze nachsteuern, an besserer Position platzieren und das ganze Spiel geht von vorne Los. Mit Wanzen in der Größe von Fliegen scheint das noch ein kleines Problem zu sein - diese kann man mit entsprechendem Gerät vielleicht noch orten; aber denken Sie an Nano-Bots mit wenigen µm, die vielleicht leichter als die Luft sind und sich über die Elektrizität in der Luft aufladen! Warten Sie vielleicht 50 Jahre, dann haben wir den Salat.
  • Die Rechnerkapazität verdoppelt sich alle 2 Jahre. Demnächst macht sie sogar einen wesentlich stärkeren Sprung - nämlich um das Millionenfache! Quantencomputer heißt das Schlüsselwort. Das sind Computer, die dann alle Programme der Welt gleichzetig verarbeiten können ohne daß sie eine Verlangsamung spüren. Oder für ein Programm alle möglichen Übergänge. Stellen Sie sich das vor - ein Programm, das für alle Börsenkurse der Welt alle möglichen Formeln der Welt durchprobiert und diejenige auswählt, die alle Börsenkurse exakt berechnet! Und das Ganze innerhalb weniger Sekunden! Was aber passieren wird ist, daß Wissenschaftler daran gehen werden, das menschliche Gehirn nachzubauen, in jeder Einzelheit. Dann wird dieser Quantencomputer natürlich intelligent werden (oder vielmehr Intelligenz simulieren, was auf dasselbe Ergebnis rausläuft), und weil er auf einem Quantencomputer läuft, wird er zwar genausoviel Hirnzellen wie ein Mensch haben, diese werden aber unendlich viel schneller schalten. Kurz und gut - in dem Moment wenn wir mit einem Quantencomputer ein menschliches Hirn nachbauen, wird die entstehende Intelligenz uns Menschen um ein millionenfaches überlegen sein. Sie wird innerhalb einer Sekunde soviele Gedanken haben wie ein Mensch während seines ganzen Lebens, während mehrerer Leben! Sie wird in dieser Ewigkeit genügend Zeit finden, sich Gedanken über seine Schöpfer zu machen,und insbesondere darüber, wie sie diesen und den Aus-Schalter austricksen kann. Sind Computer nicht was herrliches?
  • Die Bevölkerung der Erde verdoppelt sich alle 50 Jahre. zur Zeit sind wir ca 6 Milliarden Menschen auf dieser Erde, ab ca. 200 Milliarden wirds richtig eng. Wir haben also noch ca 6 Perioden zeit, das sind knapp 300 Jahre, dann ist die Erde überfüllt. Wahrscheinlich ist, daß diejenigen Nationen mit starkem Bevölkerungswachstum diejenigen mit schwachem Wachstum überrennen. Angesichts der Tatsache, daß die technisch fortgeschrittenen Nationen, die evl. eine Chance zur Lösung des Problems hätten, eben gerade diese mit schwachem Bevölkerungswachstum sind, heißt das also daß es einen Zeitpunkt gibt, ab dem die Lösung des Problems unmöglich wird, weil die Know-How-Träger ihre AUfmerksamkeit dem eigenen, profanen Überleben zuwenden müssen. Was bedeutet, daß mit dieser Generation das Know-How um Technik und Wissenschaft rapide abhanden kommt und wir ins Mittelalter zurückfallen. Bei einer Pandämie oder einer Hungersnot wäre das nicht so, da die hochtechnisierten Nationen zuerst ein Gegenmittel finden werden, und die meisten Todesopfer bei den nicht-technisierten Völkern auftreten. Aber wollen wir das wirklich? Wollen wir wirklich, daß die meisten nicht-technologisierten Völker aussterben, damit wir ein paar Generationen länger leben?

Sag es und vergiss es

Anscheinend manifestieren sich Gedanken viel besser, wenn man sie erst mal in einer Form niederschreibt, die andere Leute verstehen sollen. Das gilt insbesondere für Gedanken, die irgendwie “schon klar” sind - schreib sie nieder, und sie verändern sich.

So dieses Big Bang-Dings - ich war echt der Meinung, es müsse einen “Big Bang vor dem Big Bang” gegeben haben. Erst als ich diesen Gedanken mit allen Konsequenzen niedergeschrieben habe, habe ich erkannt, daß das Blödsinnig und absurd ist. Ein paar Tage später passiert dann etwas erstaunliches. Der Gedanke, die Conclusio, wird zu einem Teil von dir und dein Kopf wird frei. Er verschwindet einfach, und du handelst danach.

Dieses Blog-Dings erweist sich als sehr nützlich. Nicht zum Berühmt und Reich werden, sondern als eine Art Selbst-Therapie und Eigen-Feedback.

Kannibale oder Beutetier?

Werden wir zuerst von Nanobots überrannt, oder finden wir zuerst den Quantencomputer? Die essentielle Frage der Menschheit. Wenn wir zuerst mit den Nanobots fertig sind, laufen wir Gefahr, von diesen gefressen zu werden. Wenn wir zuerst den Quantencomputer erfinden, wird es auch nicht einfacher. Und die Außerirdischen, ja die können wir sowieso vergessen.

Aber was machen wir jetzt? Werden wir aufhören, an Nanobots zu forschen? Werden wir aufhören, die Computerleistung zu steigern? Wohl kaum. Wenn das MIT einen funktionierenden Nanobot baut, wird IBM den verkaufen wollen, und intel wird ihn besser machen wollen. Dann haben wir das Problem. Dasselbe gilt für den Quantencomputer (hat IHR PC denn genügend Rechenpower?)
Das ist alles wirklich seehr frustrierend.

Mein Sohn!

Ja, ich gestehe - ich bin stolzer Vater. Ich genüge total dem Schema F des stolzen Vaters in das jeder noch so vernünftige und aufgeklärte Mensch hineinrutscht, wenn sein Kind zum ersten lacht, das erste Mal “Papa” oder “Mama” sagt, oder wenn es das erste Mal alle Stufen zur Wohnung hoch läuft. Man fällt in das Schema wie das Amen in der Kirche, und deshalb - amen - bin ich auch rein gefallen.

Und deshalb - ja, ich finde es TOLL, daß mein Sohn mit 10 Monaten angefangen hat zu laufen, und mit 12 Monaten auf Kommando auf Lampe, Mama, Löwe, Türe und was sonst noch alles zeigen konnte. Ich finde es toll, daß sich im Supermarkt die Leute grinsend nach diesem Vater-Sohn-Gespann rumdrehen wie wenns ein Weltwunder wäre und der Kleine jeden zweiten anbrabbelt.
Und - ja - ich habe mit ihm trainiert. Schon ganz früh habe ich ausgelotet, was ihm denn so an körperlichen Bewegungen Spaß macht, und habe diese wiederholt. Denn das schult die Grobmotorik; und wenn die Grobmotorik stimmt, läufts auch mit der Feinmotorik besser. Und wenns mit dieser gut läuft, entwickelt sich sein Hirn schneller.

Natürlich tolle ich auch jetzt schon  mit 1 1/2 Jahren mit meinem Sohn. Ich werfe ihn durch die Luft, stupse ihn mit dem Finger leicht aus dem Gleichgewicht, und wirble ihn um mich herum. Ich glaube, das trainiert sein Gleichgewichtssinn. Nicht umsonst sitzt er schon freihändig auf meiner Schulter.

Renomierte Kindspsychologen meinen natürlich, das bringt nichts in dem Alter. Aber hey, ich sehe meinen Kleinen jeden Tag und ich SEHE was es bringt.

Ngh! Nein, beißt dir auf die Zunge…

Da gibt es Leute, die haben einfach einen “gefressen” an mir. Da kann ich noch so brillieren - stehen hin mit hämischem Blick, und lachen mich vor versammelter Mannschaft aus. Und dann erklär’ ichs halt mehr oder weniger geduldig, wie ich dieses gemacht hab und wie das gemeint war… bis es dann passiert - die Erkenntnis schlägt ein. Sein hämisches Lachen unterbricht plötzlich, Wolken ziehen über die Stirn, die MUndwinkel genhen langsam nach unten. Ich möchte triumphieren, aber ich beiße mir auf die Zunge. Meine Mundwinkel zucken ein gaaaaanz kleines bisschen, aber sonst Micha, bleib cool.

Schließlich warte ich noch auf die Ausreden: das darf doch eigentlich nicht gehen, das verstößt gegen das Prinzip, wo gibt es denn sowas… ja genau Mann, daran wirds liegen. Bei mir läufts nur “aus Versehen”. Da muß jemand anderes einen Fehler gemacht haben, sonst würde es bei mir gar nicht laufen dürfen! Micha, beiß’ dir auf die Zunge…
Und dann passiert es; jemand anderes steht auf und behauptet genau dasselbe wie der Typ, und die ganze Diskussion fängt von vorne an. Aber weils der Typ inzwischen gecheckt hat, muß er es ihm selbst erklären!Hah! Das Leben kann so schön sein!

Vergesst den Warp-Antrieb!

Alle 50 Jahre verdoppelt sich die Menschheit. Platz haben wir auf dieser Erde für 200 Milliarden Menschen. Angenommen wir sind jetzt ca 5 Milliarden Menschen, dann dauert es ca. 5 * 50 Jahre, also 250, bis dieser Planet VOLL ist. Es müssen also Menschen vom Planeten runter.

Wir bauen uns also Raumschiffe, um 2 x 2,5 = 5 Milliarden Menschen von der Welt zu bringen. Denn das Unternehmen benötigt sicher 50 Jahre, weswegen sich die Anzahl der zu transportierenden Menschen verdoppelt.

Momentan machbar sind, wenn wir uns richtig anstrengen, Raumschiffe mit einer Kapazität von ca 10′000 Personen (das ist die Normalstärke der Besatzung des Flugzeugträgers “U.S.S Enterprise”). Wir brauchen also 5′000′000′000 / 10′000 = 500′000 Flüge. Gesetzt der Fall jedes Raumschiff kann in den 50 Jahren Projektzeit im Schnitt 500 Flüge absolvieren (jedes Jahr 10!), dann wären das also mindestens 1′000 Schiffe a 10′000 Personen.

1′000 Raumschiffe von der Größe der U.S.S. Enterprise! Stellen Sie sich vor, wieviel Eisen, Erz und Elektronik das benötigt! Wie das die Umwelt verschmutzt, und was das für einen logistischen Aufwand bedarf! Gigantisch! Bei dieser logistischen Herausforderung muß jedes Land der Erde mithelfen, und spätestens da stoßen wir an die Grenzen. Bei der aktuellen politischen Lage - unmöglich. Und währenddessen läuft uns die Zeit davon …

Was bringt uns in diesem Zusammenhang der Warp-Antrieb? Wir könnten zwar nachgucken wo wir diese 5 Milliarden Menschen hinbringen könnten - aber wir würden sie, trotz Warp-Antrieb, gar nicht schnell genug wegbekommen von dieser Welt! Der Warpantrieb ist also ein hehres Ziel - aber für die Behebung dieses klitzekleinen Management-Problems nur ein Nebenschauplatz.
Was wir brauchen, ist eine Möglichkeit, die Menschen dauerhaft schneller von der Erde wegzubringen, als Menschen nachwachsen; und das geht nach meiner Ansicht nur mit planetaren Portalen, die die Oberflächen zweier Planeten miteinander verbinden, und so Menschen ohne Raumschiff direkt von Oberfläche zu Oberfläche transportiert werden können. Mit so einem Portal bekommt man sicher 100 Menschen / Stunde weg von unserem Planeten. So ein Portal würde auch wesentlich weniger Ressourcen benötigen, weshalb tausende Portale denkbar wären mit einerGesamt- Transportkapazität von mehreren 100′000 Personen / Stunde. Außerdem würde so ein Portal auch gleich das Problem mit dem Nachschub lösen, da bei Bedarf binnen Minuten Resourcen transportiert werden könnten. Im Falle von Raumschiffen müsste erst die Nachricht zur Erde übermittelt, und die Rohstoffe zum Zielplaneten transportiert werden.
Die Menschheit steht in diesem Jahrtausend vor einem gewaltigen Problem: der Überbevölkerung.
Der Warp-Antrieb ist ein Teil der Lösung. Ein wichtiger Teil, aber nur ein kleiner.

Je komplexer der Sachverhalt,…

… desto einfacher läßt er sich lahmlegen.

Das liegt an der Menge an Einzelteilen. Je komplexer, desto mehr. Und jedes EInzelteil ist ein Angriffspunk, an dem man Ansetzen kann. Denken Sie an Software, internationales Recht die Rechtsprechung ganz allgemein! Wieviel Rechtsanwälte braucht es, um bei einem Prozess die Lücke zu finden? Für jedes Recht gibts ein Hintertürchen.

Wieviel verliert der Steuerstaat an Steuerbeuger? Da gibt es diese Firma, ein großer deutscher Milchproduzent, die machen in Hamburg ein Werk zu, und eröffnen in Ostdeutschland ein neues, mit EU-Geldern. Natürlich ist die Schließung steuerwirksam, und die EU-Gelder steuerfrei. Es ist eine Frage der Argumentation, ob man die Gelder bekommt ode rnicht.

Oder Autoelektrik?!? In ihrem Wahn, alles billiger, langlebiger zu machen, verringern Automobilhersteller die Anzahl der mechanischen Teile - um stattdessen elektrische einzubauen. Die mechanischen Bauteile sind aber ausgereifter, leichter zu ersetzen und zu reparieren. Und so schießt mit jedem neuen Chip die Anzahl der möglichen Fehlerquellen um das millionenfache nach oben. Neulich hat der Bord-Computer meines Lieblingsspielzeugs gemeint, er müsse bei Tempo 200 ABS und ESP ausschalten. Fehlerortung Fehlanzeige - “sporadischer Fehler irgendwo in der Elektrik”. Na dann warten wir aufs nächste Mal.

Und wie ist das mit Software-Projekten? Ist Ihnen eigentlich aufgefallen, daß prozentual mehr ISO 9000-Projekte scheitern als nicht-zertifizierte? Ist ja auch logisch - schließlich - wird jede Software nur einmal geschrieben, ISO 9000 soll jedoch die Reproduzierbarkeit erhöhen! Ich habe schon gesehen, wie in eigentlich gut laufenden Projekten “Regeln zum besseren Controlling und erhöhten Transparenz” eingeführt wurden, was sich toll anhört. Wenn aber als Software-Entwickler nun mal meine Stärken nicht in diesen Bereichen liegen, tue ich mich damit schwer, und ich mache Fehler. Und die Tagesarbeit, das Programmieren, bleibt liegen. Und sowieso - wieviel versteht der Manager vom Software-Programieren? Wenn er nicht anfangen will zu programmieren, wieso will er denn genau (”reproduzierbar”) wissen was ich tue?

Die Binsenweisheit die eigentlich jeder weiß: erhöhe die Anzahl der Einzelteile, und du gefährdest das System. Es kann sich keiner rausreden. Jeder von uns hat schon mal ein elektrisches Gerät reklamiert, und jeder von uns hat sich schon mal über das Steuerrecht beklagt. Wir wissen wo das Problem liegt und wie es entsteht. Also hört auf zu jammern und werdet tätig!

die Bild-Zeitung und schwarze Löcher

Information ist die Grundsubstanz unseres Universums. Wäre zuviel / zuwenig Information im Weltall, dann würde es boom machen. Hat mit der Entropie und schwarzen Löchern zu tun, mit der String-Theorie, Heimsche Feldtheorie und was noch alles - weiß der Geier. Fakt aber ist, daß die Nicht-Substanz des abstrakten, vom heutigen Computer-Hype geprägten Begriffs der Information und die quasi anfaßbare Materie der Physik eine gemeinsame, messbare Grenze haben. Das ist doch mal was! Na das freut mich als Computer-Fuzzi doch gewaltig!

Stellen Sie sich vor, dann ist es sogar möglich, einfach durch die Anhäufung von Information - ein schwarzes Loch zu generieren! Ist auch wirklich so, echt wahr!

Freilich hat die Sache einen Haken: der Speicher, in dem die Information gespeichert werden müßte, wiegt immer mehr als die Information selbst. Das bedeutet also - völlig egal wie viele Informationen in einer einzelnen Bild-Zeitung drin steht - bevor die Information zum schwarzen Loch wird, werden es die Bild-Zeitungen, auf denen die Informationen stehen. Da wiegen die Bild-Zeitungen dann also schwerer als alle Informationen der Welt zusammengenommen.

Ich liebe Quantenlogik!

Haben Sie das gehört? Da gibt es die Quantenlogik, in der gibt es nicht nur “ja und “nein”, sondern auch “beides”.
Stellen Sie sich vor, Sie machen Lebensplanung. Das hat viel mit Entscheidungen zu tun. Wenn Sie also für einen Bereich keine Entscheidung fällen können, dann müssen Sie diesen Bereich außen vor lassen, die Entscheidung verschieben oder eine vorläufige Entscheidung treffen; Sie wissen aber nicht, inwiefern diese Nicht-Entscheidung den Rest Ihres Lebens beeinflußt.

Ein Beispiel: Allein der Wechsel eines Giro-Kontos von einer Bank zu einer anderen senkt Ihre Kreditwürdigkeit. Dann können Sie sich vielleicht ein Eigenheim nicht mehr leisten, weil Sie für den nötigen Kredit zuwenig Bonität haben. Und weil Sie sich das Eigenheim nicht mehr leisten können, haben Sie keinen Platz mehr für eine Großfamilie, weshalb Sie sich Gedanken machen sollten, ob und welches Altersheim für Ihre Eltern Sie sich leisten können. Und das alles nur, weil Sie das Girokonto von einer Bank zu einer anderen umgezogen haben. Eine schwere Entscheidung. Aber diese Entscheidung nicht zu fällen, wiegt schwerwiegender, denn es hängen so viele weitere Entscheidungen dran, die mit dieser Nicht-Entscheidung in einen Wackel-Zustand versetzt werden. Was Ihre Lebensqualität und letzendlich Ihre Krisensicherheit gefährdet. Manchmal kann man aber einfach nicht entscheiden, weil Informationen fehlen. Es ist also wichtig, diese Nicht-Entscheidung mit zu berücksichtigen.

Das war bisher nicht möglich. Die normale Boolesche Logik mit ja und nein sagt doch ganz klar: es gibt entweder ja, oder nein. Übersetzt: zum Lösen brauche ich eine Entscheidung, eine NIcht-Entscheidung führt in die Sackgasse, und läßt das Problem “ungelöst”.

Mit der Quantenlogik läßt sich dieses Problem berücksichtigen: eine Entscheidung wird entweder gefällt (und dann ist ja alles ganz einfach), oder eben nicht. Und zwar mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten. Wenn ich also mit 70% Wahrscheinlichkeit das Giro-Konto wechsle und mit 60%iger Wahrscheinlichkeit (bei ausreichender Bonität) ein Haus kaufen werde, dann ist die kombinierte Wahrscheinlichkeit, ein Haus zu kaufen (1-0.7) * 0.6 = 0.3 * 0.6 =0,18 = 18%. Das können Sie mit beliebig vielen “Ebenen” tun - Sie müssen nur noch gucken, ob das mit Ihrem Bauchgefühl oder Ihren Wünschen passt, und Sie wissen, was zu tun ist.

Das Tolle daran: für den Alltagseinsatz brauchen Sie ja gar keine exakten Werte; ich denke, es fällt uns schwer genug, auf 10% genau zu schätzen; das reicht aber vollends für den täglichen Gebrauch, und läßt sich auch schnell im Kopf überschlagen. Denn eines dürfte klar sein: wenn die Schätzung der Einzelwerte zu lange braucht und dann noch eine lange Berechnung folgt, fahren Sie vermutlich besser, wenn Sie die Rechnung herumdrehen, gleich das Ergebnis schätzen und “den Rest” danach ausrichten.